I FEEL GOOD!
DIE THERMALWELT: ZWEI DESIGNPROJEKTE von MARIO BOTTA und MATTEO THUN

Vom 24. Juni bis 31. Juli sind Mario Botta und Matteo Thun die Protagonisten der Ausstellung I FEEL GOOD, die der Thermalwelt gewidmet ist. Initiator ist die Firma FMG Fabbrica Marmi e Graniti, die ihre Mailänder Galerie in Via Bergognone zum Expositionsort wählte. Spazio FMG stellt somit erneut die moderne Architektur in den Mittelpunkt einer Veranstaltung und präsentiert die jüngsten Werke zweier Stararchitekten: Das Wellness Centre Tschuggen im Schweizer Ort Arosa von Mario Botta (2003-2006) und das Vigilius Mountain Resort in Südtirol von Matteo Thun (2003).
„Die gezeigten Projekte stammen aus den letzten Jahren und befinden sich beide im Alpenraum. Sie sind beispielhaft für das Konzept der Architektur im Sinne eines neuen Landschaftsfragments und für die Grundidee der handwerklichen Perfektion, die aus Detailsorgfalt und geschicktem Einsatz von Materialien besteht und den Anspruch eines menschengerecht gestalteten Erlebnisraums erfüllt“, erklärt Luca Molinari.
Das Wellness Centre Tschuggen Bergoase in Arosa ist für Mario Botta eine Art Bergmonument, ursprünglich und dennoch den Zeitgeist ansprechend, bei dem das ortsgebundene Material durch die moderne Gestaltung in helle, strenge Geometrien eingebunden ist.
Matteo Thun setzt sich mit seinem Projekt Vigilius Mountain Resort im Südtirol auf andere Art mit dem Thema auseinander. Der Grundgedanke ist hier ein fast geflüsterter Dialog mit dem Ort, der sich in der Erfüllung extrem hoher Umweltansprüche und der Kompatibilität der Materialien mit der Umgebung äußert.
In beiden Fällen wird der Thermalbad- und Wellness-Bereich zu einer interessanten Gelegenheit, Gebäude zu gestalten, die den Wunschvorstellungen des modernen Wohnens in höchstem Maße gerecht werden.
Gelegenheit für eine Begegnung und einen Gedankenaustausch gibt es am 24. Juni um 21.15 Uhr in der Architektenkammer der Provinz Mailand in Via Solferino 19, wo die Kuratoren von FMG und die Vertreter der ausstellenden Architekturbüros zu Gast sein werden.
Mit I FEEL GOOD präsentiert FMG eine Ausstellung, die zum ersten Mal nicht nur in der Galerie in Via Bergognone, sondern auch online auf der Website www.spaziofmg.com besucht werden kann, auf der eine Vielzahl weltweit realisierter Projekte präsentiert wird. Die Online-Ausstellung stellt somit eine zusätzliche Vertiefung zum Thema Wellness-Architektur dar, die eng mit den ästhetischen und technischen Eigenschaften der FMG-Materialien verbunden ist. Die durch internationale Patente geschützte Produktionstechnologie von FMG ermöglicht die Fabrikherstellung von Granit-, Marmor-, Stein- und Travertinplatten, die die Natursteinoptik mit herausragenden Leistungsmerkmalen vereinen und den besonderen Anforderungen von Spa-Betrieben gerecht werden: Minimale Wasseraufnahme (und somit ein hoher Grad an Hygiene und Reinigungsfreundlichkeit), Frostbeständigkeit (und somit Temperaturbeständigkeit auch unter extremen Bedingungen), Widerstand gegen Abrieb, Tiefenverschleiß, Flecken und Säuren neben einer Härte und Lebensdauer, die die Eigenschaften der in Steinbrüchen abgebauten Steine übertreffen. Die Entwurfsabteilung von FMG entwickelt außerdem Spezialausführungen für wichtige bauliche Elemente von Spa-Einrichtungen, wie Beckenränder, Gitterroste, Rinnen, Waschbecken, Duschtassen, Gehbereiche, Stufen, usw., die auch auf Maß und besonderen Wunsch des Architekten erstellt werden.
Mario Botta
WELLNESS CENTRE
TSCHUGGEN BERGOASE IN AROSA
Das Wellness-Zentrum Tschuggen Bergoase von Mario Botta befindet sich im natürlichen Talkessel des Orts Arosa in den Schweizer Alpen und schließt sich mit einem vollkommen unterirdisch angelegten Gebäude an die bereits bestehende Hotelanlage an.
Es treten nur wenige, einfache Elemente zum Vorschein, die der natürlichen Landschaftsform angepasst sind und in denen das Licht eine ausschlaggebende Rolle spielt. Das voluminöse Gebäude verschwindet unter der Erde und lässt nur ein paar wie Blätter aussehende Lichtsegel herausragen, welche auf eine Freizeit- und Gemeinschaftseinrichtung schließen lassen.
Der Innenbereich ist ein einziger terrassenförmiger Raum, der dem Abhang folgend angelegt wurde, um die Aushubarbeiten in Grenzen zu halten. Die einzelnen Bereiche der Bergoase sind durch ihre Beziehung zueinander und die zur äußeren Umgebung charakterisiert, die auf beeindruckende Weise durch die großen Lichtsegel zustande kommt, welche natürliche Lichtverhältnisse und ein unvergleichliches Panorama auf die Berglandschaft ermöglichen.
Neben dem „unbebauten“ Bereich der Blätter, bietet das Bauwerk durch die große Natursteinmauer eine geschickte Lösung für den Bezug zur bestehenden Hotelanlage und zum Boden. Der äußere öffentliche Bereich erhält somit eine attraktive Neugestaltung, und auch das Problem der Parkplätze, die unauffällig in das Objekt integriert werden, wird somit gut gelöst.
Matteo Thun
VIGILIUS MOUNTAIN RESORT
Das Vigilius Mountain Resort von Matteo Thun ist ein in die Stille der Südtiroler Alpenlandschaft eingebettetes Gebäude. Diskret abgelegen und mitten auf einer Lichtung platziert, lässt sich das Hotel nur über eine Seilbahn oder einen Fußweg durch die Wälder erreichen. Wenn man die Lichtung erreicht, hat man den Eindruck, das Gebäude nicht von der umgebenden Natur unterscheiden zu können. Die Materialien, die zum Bau dieses reizvollen Hotels verwendet wurden, fügen sich harmonisch in die atemberaubende Landschaft aus schneebedeckten Gipfeln und tiefen Tälern ein.
Das vorrangige Ziel war es, ein mit der Umgebung kompatibles Bauwerk zu schaffen, nicht nur in Bezug auf die Auswahl der Materialien, sondern auch auf die herausragende Qualität der technischen Anlagen des Hotels. Das Vigilius ist Italiens erstes und einziges Hotel der Klasse A.
Aus technischer Sicht bedeutet das: Eine hocheffiziente Wärmeschutzhülle (z. B. Fenster mit Dreischeiben-Verglasung), die Erzeugung von Wärmeenergie mit Biomasse und eine effiziente Lüftung mit Wärmerückgewinnung.
Die Zimmer erhalten durch die kontrollierte Lüftung mit Erdwärmetauscher im Winter vorgeheizte und im Sommer vorgekühlte Luft. Mit dieser Technik gelingt es, den Wärmeenergiebedarf im Vergleich zu herkömmlichen Hotels mit Pool und Spa-Bereich einzusparen um 40-50 % einzuschränken.
Der Kommentar von Luca Molinari
Nie wie letzten zehn Jahren schenkten die Öffentlichkeit und die Medien der Thermalwelt, den urbanen Spas und den Wellness-Zentren eine derartig große Beachtung. Die moderne Architektur hat die Gelegenheit ergriffen, sich mit einem Baustil auseinanderzusetzen, der auf das alte Rom und die muslimische Welt zurückgeht und noch in den prachtvollen Thermalbädern des 19. Jahrhunderts und den edlen Hotel des Bains, die Anfang des letzten Jahrhunderts in Mitteleuropa gebaut wurden, zum Vorschein tritt.
Die modernen Spas und Thermalbäder verkörpern heute den Wunsch des Stadtmenschen, eine neue Dimension des Entspannens und der Pflege des Körpers zu finden und dem absoluten Bedürfnis nachzukommen, einen langsamen und ruhigen Lebensrhythmus fern von der Hektik und dem Stress der heutigen Welt zu genießen.
Die Thermalarchitektur wurde aufgrund ihrer Einzigartigkeit zum Entwurfslabor für viele junge Stararchitekten, die aufgerufen wurden, moderne Bauelemente in die Landschaft zu stellen oder versteckte Oasen im Bauch der Großstädte zu schaffen, wo der Bezug zum natürlichen Licht, zu den Geräuschen, Gerüchen und den Sinneswahrnehmungen generell zum Thema neuer Gestaltungen wird.
Dies führte unvermeidlich zu Experimenten mit neuen Materialien im Hinblick auf eine Verbesserung des Qualitätsstandards von Thermalbädern und eine zunehmend exklusive, gesunde und sichere Beziehung zu diesen Orten der Erholung und unvergleichlichen Erfahrungen.
Spazio FMG per l’Architettura
Via Bergognone 27, Mailand
24. Juni – 31. Juli 2009
Dienstag – Samstag 15.00-20.00 Uhr
Eintritt frei
Informationen: 02 89410320
Eröffnung der Ausstellung
Mittwoch, 24. Juni – 18.30 Uhr
Begegnung
Kammer der Architekten R.L.D.
der Provinz Mailand
Via Solferino 19, Mailand
24. Juni - 21.15 Uhr



